Ein neuer Weg zur Therapie

Ein neuer Weg zur Therapie

Wissenschaftler versuchen derzeit mit einer Zelltherapie verschiedene Krebsarten zu bekämpfen. Ein neuer Ansatz ist die Tisagenlecleucel-Therapie. Sie ist bei Patienten mit einer bestimmten Form der B-Zell-Leukämie angesagt. Im Rahmen der Therapie wird dem Patienten Blut abgenommen und dieses dann eingefroren und in ein Labor geschickt. Dort werden T-Lymphozyten herausgefiltert und so verändert, das sie neben den normalen Rezeptoren auch noch einen für die bösartigen Tumor-Zellen haben. Denn bislang ist es so, dass Lymphozyten die Tumore nicht angreifen können, weil ihnen ein wirksamer Rezeptur fehlt. Mit der Zelltherapie ist das Problem gelöst: Der Patient bekommt die modifizierten T-Helferzellen per Infusion zurück und sie machen sich auf den Weg, an die Tumorzellen anzudocken und diese zu zerstören.

Bislang gibt es folgenden Behandlungsmethoden bei Krebs:

  • Bestrahlung
  • Chemotherapie
  • Operation

Mit der Zelltherapie hofft man einen vierten Bereich gefunden zu haben, um den Krebs anzugreifen. Sie dient nicht der Vorbeugung, sondern der Therapie bei einer Erkrankung.

Verständnis der Zellabläufe ist wichtig

Bei Leukämie zum Beispiel kann man bereits unter dem Mikroskop erkennen, dass einzelne weiße Zellen Mutationen aufweisen. Bei der B-Zell-Leukämie kann sogar ein bestimmtes Chromosom identifiziert werden, das sogenannte Philadelphia-Chromosom. Es weißt charakteristische Mutationen auf und entsteht bei einem Fehler der Produktion im Knochenmark. Genauer gesagt kommt es zu einer Verwechslung: Das Chromosom 9 bekommt aus Versehen Teile des Chromosom 22 und umgekehrt. Diese Beschädigungen sind typisch für die myeloischer Leukämie, eine chronische Krebserkrankung. Man hat dann herausgefunden, das durch den Fehler zwei Gene zusammenkommen, die wiederum ein neues Gen bilden, das ein neues, krebserzeugendes Gen darstellt. Dieses wiederum produziert einen Eiweißstoff, der Zellen zum wilden mutieren und vermehren anregt. Und genau da setzten dann die neuen Medikamente an, sie zerstören dieses Protein und unterdrücken damit auch dessen Signale zur Vermehrung.

Sonderfall dendritische Zellen

Wenn heute von der Zelltherapie gesprochen wird, dann wird in Deutschland vor allem eine Therapie mit dendritischen Zellen angesprochen. Diese Zellen sind Teil der Lymphknoten und des körpereigenen Abwehrsystems. Sie sind deshalb so wichtig, weil sie als einzige Zellen eine primäre Abwehrreaktion des Körpers hervorrufen können. Ihre Fähigkeit besteht vor allem im Erkennen von fremden und schädlichen Zellen. Bei der Therapie werden dem Körper solche Zellen entnommen und dann mit Tumorantigenen besetzt und im Labor vermehrt. Die so neu ausgestatteten Zellen werden dann wieder dem Körper zugeführt. Die Hoffnung ist, dass sie so dem Immunsystem beibringen, dass es diese Tumorzellen bekämpfen muss. Das Problem ist, dass Tumorzellen sich gut vor dem Immunsystem verbergen können, mit der Zelltherapie soll das umgangen werden. Erste Anwendungen zeigten vor allem bei Patienten mit vielen streuenden Tumoren gute Erfolge.