Das Problem der Nebenwirkungen

Das Problem der Nebenwirkungen

Für die Erstzulassung von Medikamente werden strenge Anforderungen gestellt. Ein Medikament muss nicht nur in Tierversuchen getestet worden sein, sondern auch klinische Studien durchlaufen haben. Und dennoch kann es passieren, dass auch nach der Zulassung noch Nebenwirkungen auftauchen, die vorher unbekannt waren. Gründe dafür können sein:

  • die Teilnehmerzahl war zu gering
  • die Studienteilnehmer waren nicht homogen genug
  • die Studiendauer war zu kurz

Selbst wenn die Teilnehmerzahl und Dauer der Studie den Anforderungen der Gesetzgeber sowohl in den USA als auch in Europa genügen, können dabei nicht alle Nebenwirkungen erfasst werden. Wenn eine Nebenwirkung nur einmal im 10.000 Fällen auftritt, die Studie aber nur 1000 Teilnehmer hatte, dann kann sie während der Studie unter Umständen verborgen bleiben.

Problem Probandenqualität

Um ein Medikament zu testen braucht es Probanden. Allerdings kann nicht jeder an einer Studie teilnehmen, was wiederum bedeutet, dass manche Gruppen eventuell Nebenwirkungen zeigen würden, die aber nicht erfasst sind. Ein klassisches Beispiel sind ältere Menschen, die sehr oft wegen ihrer gesundheitlichen Verfassung ausgeschlossen werden.

Sonderfall Frauen

Auch Frauen werden oft ausgeschlossen, vor allem wenn sie schwanger sind. Das ist zwar nachvollziehbar, was das Risiko bezüglich der Schwangerschaft angeht, ignoriert aber eine große Gruppe an möglichen Patientinnen.

In den USA hatte man 222 Medikamente daraufhin untersucht, ob es neue Erkenntnisse gab. Bei 68 Medikamenten mussten die Hersteller neue Beipackzetteln schreiben, weil es zu Nebenwirkungen gekommen war, die vorher nicht bekannt waren. Drei Medikamente mussten sogar vom Markt genommen werden, weil sie entweder Herzkreislauf-Probleme verursachten, oder die Gefahr einer Virusinfektion des Gehirns bestand. Man geht davon aus, dass es auch in Deutschland eine hohe Dunkelziffer an nicht entdeckten Nebenwirkungen gibt. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass es bei einem Drittel der untersuchten Medikamente Auffälligkeiten gegeben hatte.