Gefahr für den Darm

Gefahr für den Darm

Es zeigt sich das der Darm eine wesentliche größere Rolle für unser Wohlbefinden spielt als lange Zeit gedacht. Forscher konnten sogar einen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Erkrankung und der Darmflora finden. Jetzt haben Forschungen gezeigt, dass neben den Antibiotika auch andere Medikamente die Darmbakterien schädigen können. Die neu entdeckten Medikamente mit schädlichen Nebenwirkungen sind:

  • Psychopharmaka
  • Hormone
  • verschiedene Krebsmittel

Man hatte in einer umfangreichen Studie untersucht, wie sich bestimmte Wirkstoffe auf Keime auswirken.

Forschungsansatz

Untersucht wurden 1200 therapeutisch genutzte Wirkstoffe und ihre Auswirkungen auf 40 Darmbakterien. Bei der Studie hatte man die Keime in einer sauerstofffreien Umgebung den verschiedenen Wirkstoffen ausgesetzt. Es war bereits bekannt, dass bestimmte Diabetesmedikamente und Schmerzmittel nicht gerade positiv von der Darmflora aufgenommen werden. Auch bei Antibiotika wusste man, dass es zu Kollateralschäden kommen kann, werden sie doch eingenommen, um gegen Keime zu wirken. Es wurden Wirkstoffe gegen Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen und Parasiten sowie Wirkstoffe gegen nicht-infektiöse Krankheiten untersucht.

Ergebnisse der Untersuchungen

Von den 156 antibakteriellen Substanzen hemmen 78 Prozent das Wachstum von mindestens einer Keimart in der Darmflora. Bei den nichtantibiotischen Wirkstoffen warnen es immer noch 24 Prozent, die diese Wirkung auf den Darm hatten. 40 Substanzen hatten aber eine Wirkung auf zehn oder mehr Keime, und am stärksten war dies bei Krebsmitteln, Hormonen und Antipsychotika zu beobachten.

Unbekannt ist aber, wie diese in ihrer Struktur so unterschiedlichen Substanzen auf die Keime wirken. Während das bei den Antibiotika nach nachvollziehbar ist tappt man beispielsweise bei den Psychopharmaka noch im Dunkeln. Eine Beobachtung die man machte war, dass antibiotikaresistente Keime auch gegen die nicht antibiotischen Wirkstoffe resistent waren. Daraus könnte abgeleitet werden, dass eine langfristige Einnahme dieser Stoffe am Ende Keime auch gegen Antibiotika resistent machen könnte – ein Effekt denn man auf jeden Fall vermeiden will. Erschwerend kommt hinzu, dass bei jedem Menschen die Darmflora unterschiedlich zusammengesetzt ist und deshalb eine Therapie eigentlich sehr individuell abgestimmt werden muss.

Eine Folge könnte sein, dass man bei bestimmten Therapien zunächst ein Darmfloraprofil erstellen muss, um etwaige Nebenwirkungen abschätzen zu können. Während bei Krebsmedikamenten ein Risiko eingegangen werden kann, ist das bei der Behandlung mit Psychopharmaka schon eher fraglich und muss wohl in Zukunft vom behandelnden Arzt genau abgewogen werden. Auch muss genauer untersucht werden, welche Auswirkungen das verlangsamte Keimwachstum im Darm überhaupt hat.