Forschung zu Zeckenbissen

Forschung zu Zeckenbissen

Wenn die Zeckensaison beginnt, dann gilt es bei Wanderung im Wald und in den Wiesen besonders vorsichtig zu sein. Zecken lauern vor allem im Gras an den Spitzen der Halme und warten nur darauf, sich an einem Wirt festzubeißen. Dennoch kann es trotz langärmeliger Hemden und langer Hosen zu einem Zeckenbiss kommen. Dann ist es gut wenn man weiß was zu tun ist. Wissenschaftler haben basierend auf neuen Erkenntnissen einige Tipps zusammengetragen. Allgemein kann man folgende Erkrankungen durch einen Zeckenbiss bekommen:

  • Lyme-Desease
  • Akute Neuroborreliose
  • Chronische Neuroborreliose
  • Entzüdungen der Haut durch falsches Entfernen der Zecke

Neuroborreliose

Bei der Neuroborreliose handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch den Zeckenbiss übertragen wird. Neue Leitlinien der Ärztekammer schließen erstmals auch Kinder und Jugendliche in die Behandlungsempfehlungen ein. Die Borreliose unterscheidet sich nochmals in zwei verschiedene Arten, eine chronische und eine akute Form.

Akute (Neuro)-Borreliose

Die akute oder auch Lyme-Borreliose ist die häufigste Form einer Erkrankung nach einem Zeckenbiss in Europa. In Deutschland erkranken zwischen 60.000 und 200.000 Menschen pro Jahr an dieser Erkrankung. Neben den allgemeinen Schutzvorschriften kann hier helfen, die Zecke fachgerecht und rechtzeitig zu entfernen, und zwar bevor sie sich vollgesaugt hat. Dann besteht die Chance, dass sie noch wenige Borrelien abgegeben hat, die Erreger der Krankheit. Eine Erkrankung zeigt sich durch eine kreisförmige starke Rötung der Haut rund um die Einstichstelle. Oftmals kommt es auch zu grippeähnlichen Symptomen und Gelenkschmerzen. Besonders gefährlich wird es wenn es auch zu Entzündungen im Gehirn kommt, dann spricht man von einer Neuroborreliose, die meist mit einer Hirnhautentzündung einhergeht.

Chronische Neuroborreliose

Neueste Forschungen haben ergeben, dass es sehr wenige klinische Fälle einer dokumentierten chronischen Erkrankung gibt. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Symptomen um die einer anderen Erkrankung. Mediziner gehen heute davon aus dass eine akute Neuroborreliose gut mit Antibiotika behandelt und auskuriert werden kann. Es gibt derzeit eine Kontroverse in der Medizin darüber, ob es überhaupt eine Langzeiterkrankung durch Borreliose gibt. Die deutsche Borreliosegesellschaft und andere Patientenorganisationen setzt sich vehement für eine Anerkennung als Erkrankung ein, auch mit juristischen Mitteln. Die medizinischen Fachgremien hingegen sehen keine Langzeitwirkungen durch eine Infektion mit Borreliose.

Behandlung

Eine Borrelioseerkrankung kann heute recht gut mit Antibiotika behandelt werden. Doxycyclin ist ein Standardmedikament, mit dem man gute Erfolge hat. Wichtig ist, dass die Einnahme der Tabletten vorschriftsmäßig erfolgt. Bei einer frühen Erkrankung ist eine Einnahme über 14 tage angezeigt, bei einer starken Erkrankung sind 21 Tage anzuraten. Man sollte aber nicht länger als über diesen Zeitraum behandeln.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Versionen seiner Richtlinien, unter anderem auch was die Gefahr durch Borrelliose betrifft. Die Leitlinie entsteht nachdem Einholen von Fachmeinungen von Medizinern, Fachgruppen und über 20

Fachgesellschaften und auch von Patientenorganisationen.